Kompetenzzentrum CeMOS der Hochschule Mannheim verknüpft Gerätebau und Applikationsentwicklung

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Kompetenzzentrum CeMOS der Hochschule Mannheim verknüpft Gerätebau und Applikationsentwicklung

On Januar 12, 2018, Posted by , In Allgemein, With Kommentare deaktiviert für Kompetenzzentrum CeMOS der Hochschule Mannheim verknüpft Gerätebau und Applikationsentwicklung

„CeMOS – Center for Biomedical Mass Spectrometry and Optical Spectroscopy” – unter diesem Titel startet das neue Kompetenzzentrum der Hochschule Mannheim zum 1. Januar 2018. Durch CeMOS, das die Aktivitäten von zwei Forschungsgruppen bündelt, werden die Forschungsschwerpunkte „Medizinische Biotechnologie/Medizintechnik“ und „Intelligente Sensorik“ der Hochschule stärker miteinander vernetzt. Die fusionierenden Forschungsgruppen, geleitet von Prof. Dr. Carsten Hopf und Prof. Dr. Matthias Rädle, wollen eine den erfolgreichen Universitätsinstituten ebenbürtige Struktur aufbauen, um u.a. bei internationalen Ausschreibungen erfolgreich aufzutreten. „Ziel ist es, Synergien im Bereich der biomedizinischen Massenspektrometrie und der Optischen Geräteentwicklung zu generieren, um neue Anreize für anwendungsorientierte Projekte mit industriellen Kooperationspartnern zu schaffen und damit zu helfen, die gesamte Hochschule neu zu positionieren“ erklärt der Zentrumsleiter Prof. Hopf. Die beiden Arbeitsgruppen sind die forschungsstärksten der Hochschule Mannheim und werben seit Jahren mehr als 2,5 Mio. € an Drittmitteln jährlich ein.

Die Ausrichtung mit dem neuen Kompetenzzentrum ist eine Reaktion auf die rasche technologische Entwicklung und die zunehmende Digitalisierung in diesem Forschungsbereich. Heute stellt die biomedizinische Massenspektrometrie ein unverzichtbares Werkzeug in der biomedizinischen und pharmazeutischen Forschung sowie der industriellen und klinischen Analytik dar. So kann mit Hilfe massenspektrometrischer Bildgebung, dem sog. MALDI Imaging, die molekulare Zusammensetzung von Gewebeproben in Zusammenschau mit dem morphologischen Kontext realisiert werden. Für CeMOS ermöglicht die biomedizinische Massenspektrometrie die Suche nach neuen krankheitsspezifischen Biomarkern und metabolomischen Komponenten des Stoffwechsels oder die Detektion von Pharmaka, deren Metaboliten und Arzneimittelwirkungen. Diese Forschung erhält durch das breitgefächerte Tätigkeitsspektrum im Bereich der Optischen Geräteentwicklung, das in der Entwicklung optischer, spektroskopischer Messgeräte sowie der Bild- und Signalanalyse verwurzelt ist, neue Möglichkeiten. Die bisherigen extrem stark in Richtung mittelständischer Partner aus der Region und in ganz Deutschland ausgerichteten Entwicklungsaktivitäten der Optischen Sensorik erfahren durch die Vernetzung zur Massenspektrometrie ein neues Anwendungsfeld.

Häufig an Produktionsprozessen ausgerichtete Spektrometerentwicklungen im Bereich Raman, Fluoreszenz, UV/VIS und Infrarot sowie Applikationen multispektraler Bildgebung werden durch die Zusammenarbeit verstärkt auch in die Wissenschaftswelt gerichtet. Die Aktivitäten des multidisziplinären Teams erstrecken sich über Anwendungsfelder von der Bio- und Medizintechnik über den chemisch-pharmazeutischen Bereich und die Diagnostik bis hin zur Partikel- und Aerosolmesstechnik sowie zur direkten Prozessüberwachung chemischer und pharmazeutischer Produktionen. CeMOS wird neben der bestehenden Geräte-Infrastruktur der Forschungsgruppen den von BMBF- und DFG-geförderten Gerätepark des Bruker Rhein-Neckar Zentrums für MS-Fingerprinting und -Imaging, das im Oktober 2015 an der Hochschule eröffnet wurde, nutzen.

„Durch CeMOS erwarten wir eine große Ausstrahlung in die forschende und produzierende Industrie mit positiven Beschäftigungseffekten für die Region. Für das Zentrum, das ein jährliches Drittmittelaufkommen von drei Millionen Euro an der Hochschule und weiteren fünf Millionen Euro bei externen Partnern erwirtschaftet, werden auf einer Fläche von 3.000 qm 60 Mitarbeiter arbeiten.“ erläutert Prof. Rädle, Leiter des Instituts für Prozessmesstechnik und innovative Energiesysteme. CeMOS bringt zum Start als Kompetenzzentrum bereits eine einzigartige Vernetzung mit der Universitätsmedizin Mannheim und rund hundert industriellen Partnern und Verbänden, wie der Metropolregion Rhein-Neckar, der Wirtschaftsförderung der Stadt Mannheim sowie der IHK ein. „Dies wollen wir nutzen, um gemeinsam mit Unternehmen neue Applikationsmöglichkeiten für verschiedene Produktentwicklungs-Strategien zu schaffen“, so Prof. Hopf weiter.

Neben der Zusammenarbeit mit industriellen Partnern ermöglicht die Assoziation von CeMOS mit dem Institut für Medizintechnologie, einer hochschulübergreifenden wissenschaftlichen Einrichtung der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim, die Promotion. So können rund die Hälfte der CeMOS-Mitarbeiter interdisziplinär auf dem Grenzgebiet der Medizin, Biotechnologie und Technik für ihre Promotion forschen. Diese angewandte Forschung adressiert vor allem auch Lösungen in den Bereichen Digitalisierung, „Big Data“ sowie Industrie 4.0.

Der Grundstein für die Zusammenarbeit beider Gruppen konnte bereits 2011 durch das ‚Zentrum für Angewandte Forschung an Fachhochschulen – Applied Biomedical Mass Spectrometry (ZAFH-ABIMAS)‘ gelegt und in dem Verbundprojekt ‚M2Aind – Multimodale Analytik und intelligente Sensorik in der Gesundheitsindustrie‘ sowie dem ‚Forschungscampus Mannheim Molecular Intervention Environment (M2OLIE)‘ ausgebaut werden. Zukünftig wird CeMOS diese erfolgreiche Partnerschaft verstetigen, um die Entwicklung eines einschlägigen Kompetenzprofils mit Orientierung an dem Bedarf der Wirtschaft voranzutreiben.

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