February 27, 2026

Fraunhofer IGB scientist Dr. Mirko Sonntag awarded Hanse Doctoral Prize 2026

Fraunhofer IGB scientist Dr. Mirko Sonntag awarded Hanse Doctoral Prize 2026

As part of his doctoral studies, Dr. Mirko Sonntag researched innovative DNA-based methods for diagnosing sepsis. For this work, he received the Hanse Doctoral Award from the Scientific Association for the Promotion of Clinically Applied Research in Intensive Care Medicine on February 12, 2026. This award honors outstanding doctoral theses in the field of intensive care and emergency medicine.

Full Text in German below.


IGB-Wissenschaftler Dr. Mirko Sonntag mit Hanse-Promotionspreis 2026 ausgezeichnet

© Privat | Dr. Mirko Sonntag bei der Verleihung des Hanse-Promotionspreises am 12. Februar 2026 in Bremen.

Im Rahmen seiner Promotion forschte Dr. Mirko Sonntag an innovativen DNA-basierten Methoden zur Sepsis-Diagnostik. Für diese Arbeit erhielt er am 12. Februar 2026 den Hanse-Promotionspreis des Wissenschaftlichen Vereins zur Förderung der klinisch angewendeten Forschung in der Intensivmedizin. Mit dieser Auszeichnung werden herausragende Promotionsarbeiten aus dem Bereich der Intensiv- und Notfallmedizin honoriert.

© Fraunhofer IGB | Dr. Mirko Sonntag im Labor am Fraunhofer IGB.

Dr. Mirko Sonntag, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, durfte sich im Februar 2026 über den Hanse-Promotionspreis in der Kategorie »Experimentelle Forschung in der Intensiv- und Notfallmedizin« freuen, der mit 2.000 Euro dotiert ist. Diesen erhielt er für seine Forschungen im Rahmen seiner Promotion mit dem Titel »Cell-free DNA as biomarker molecule to assess sepsis from a diagnostic point of view«.

Das Ziel der Promotion: Sepsis früher und zuverlässiger erkennen

Mit seinem Promotionsvorhaben folgte der studierte Molekularbiologe seiner wissenschaftlichen Leidenschaft: »Meine Motivation als Forscher war schon immer die Entwicklung neuer Technologien, die potenziell einmal Leben retten können. Besonders geprägt hat mich das Krankheitsbild Sepsis, auch bekannt als Blutvergiftung. Das Ziel meiner Promotion war es daher, neue diagnostische Wege zu entwickeln, um Sepsis früher und zuverlässiger erkennen zu können und damit die Überlebenschancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern«, erklärt Sonntag.

Da Sepsis eine multifaktorielle Erkrankung ist, in der der Erreger genauso wie die Immunantwort des Patienten eine entscheidende Rolle spielen, war das Ziel der Promotionsarbeit, Sepsis ganzheitlich zu betrachten. In seiner Promotion hat Sonntag daher einerseits eine neue Methode zur Analyse der mikrobiellen cfDNA namens »SUPSETS« als Ansatz zur gezielten und schnellen Identifikation der häufigsten Sepsiserreger und klinisch relevanten antimikrobiellen Resistenzen (AMRs) entwickelt. Dieser ist deutlich schneller als übliche Nachweisverfahren. Da Zeit bei Sepsis der kritischste Faktor ist, kann diese Methode helfen, Leben zu retten. Andererseits hat er versucht, die Wirtsantwort auf eine Sepsis besser zu verstehen. Deswegen hat Sonntag im Rahmen seiner Arbeit noch eine zweite Methode entwickelt, um sogenannte »Footprint-DNA«, kurze doppelsträngige cfDNA aus Blutplasma, anzureichern und klinisch analysieren zu können. Mit deren Hilfe ist eine genomweite Quantifizierung von Transkriptionsfaktoren und damit eine präzise Beschreibung des Wirtsstatus auf DNA-Ebene möglich. Beide entwickelten Plattformen eröffnen neue Wege für eine schnelle, präzise und minimalinvasive Diagnostik innerhalb der Sepsis aber auch in für andere Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs.

Seine wissenschaftliche Karriere startete er an der Universität Ulm mit einem Bachelor der Molekularen Medizin. Später spezialisierte sich Sonntag in einem Masterstudium an der Eberhard Karls Universität Tübingen auf Molekulare Zellbiologie und Immunologie. Seine wissenschaftliche Ausbildung krönte er schließlich 2025 mit seiner Promotion. Die praktische Forschungsarbeit dazu leistete er am Fraunhofer IGB in Stuttgart in der Arbeitsgruppe »In-vitro-Diagnostik« unter Leitung von Dr. Kai Sohn. Hier war er bereits während seines Studiums als Praktikant und studentischer Mitarbeiter tätig, später als Doktorand, Laborleitung und Wissenschaftler. 

Fraunhofer IGB: Spezialist für In-vitro-Diagnostik mit Hochdurchsatzsequenzierung

Die In-vitro-Diagnostik ist eine tragende Säule des IGB im Bereich Medizinische Biotechnologie. Der Arbeitsschwerpunkt der Gruppe liegt auf Diagnostikverfahren auf DNA-Basis für biologische und medizinische Anwendungsgebiete – insbesondere zur Behandlung von Sepsis und bei der Krebsdiagnostik. Dafür setzt das Team auf die Methode der Hochdurchsatzsequenzierung bzw. Next-Generation Sequencing inklusive bioinformatischer Analyse. Die Arbeiten des Instituts sind bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden – zuletzt mit dem EARTO Innovation Award 2025.

WIVIM e. V. würdigt klinische und experimentelle Forschung

Der Wissenschaftliche Verein zur Förderung der klinisch angewendeten Forschung in der Intensivmedizin e. V., kurz WIVIM e.V., mit Sitz in der Hansestadt Bremen vergibt jedes Jahr zwei Promotionspreise für Arbeiten in der Intensiv und Notfallmedizin – einen für klinische und einen für experimentelle Forschung. Ausgewählt werden die Gewinner durch eine fachkundige Jury um die Vereinsvorstände Prof. Dr. med. Dorothee Bremerich, medizinische Geschäftsführerin des Klinikums Lippe, und Prof. Dr. med. Rolf Dembinski, Chefarzt der Klinik für Intensivmedizin und Notfallmedizin des Klinikums Bremen Mitte. Dabei zählen Kriterien wie Originalität, methodischer Ansatz und Umsetzung sowie die Relevanz der Ergebnisse für die Intensiv- und Notfallmedizin.

Die Verleihung der Hanse-Promotionspreise erfolgt traditionell im Rahmen des jährlichen Symposiums »Intensivmedizin + Intensivpflege«, dessen 36. Ausgabe in diesem Jahr vom 11. bis 13. Februar in Bremen stattfand.

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