GeneNovate® 2026: Heidelberger Forschende stärken unternehmerisches Denken für die nächste Generation von Gen- und Zelltherapien
Heidelberg, Juni 2026 – Mit dem Final Event von GeneNovate® am 25. Juni in der Münchner Residenz endet die dritte Runde des bundesweiten Entrepreneurship-Programms der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien (Nationale Strategie GCT). Im Rahmen der Abschlussveranstaltung präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland ihre innovativen Geschäftsideen mit Potenzial für zukünftige Gesundheitslösungen und stellten sich einer hochkarätigen Jury aus Investorinnen und Investoren sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Auch Forschende aus Heidelberg nahmen an der diesjährigen Programmrunde teil. Postdoctoral Researchers an der Universität Heidelberg nutzten GeneNovate®, um ihre wissenschaftliche Expertise um unternehmerische Kompetenzen zu erweitern und neue Perspektiven auf Translation, Innovation und Technologietransfer zu gewinnen.
Gen- und Zelltherapien zählen zu den vielversprechendsten Zukunftstechnologien der Medizin. Sie eröffnen neue Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit schweren oder seltenen Erkrankungen und bieten gleichzeitig großes Potenzial für Forschung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftliche Wertschöpfung. Trotz der hohen wissenschaftlichen Exzellenz gelingt es in Deutschland bislang jedoch nur begrenzt, Forschungsergebnisse in erfolgreiche Unternehmensgründungen oder klinische Anwendungen zu überführen. Gerade Forschende und Ärztinnen bzw. Ärzte verfügen häufig über herausragende wissenschaftliche Expertise, haben jedoch nur wenig Zugang zu unternehmerischem Know-how, Business-Netzwerken oder Finanzierungsmöglichkeiten.
Genau hier setzt GeneNovate® an. Als bundesweites Entrepreneurship-Programm unterstützt es Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler sowie Medizinerinnen und Mediziner dabei, ihr translationales und unternehmerisches Potenzial im Bereich Gen- und Zelltherapien, Biotechnologie und Medizintechnik zu entfalten. In 18 Trainings- und Mentoring-Modulen entwickelten rund 200 Teilnehmende aus ganz Deutschland ihre Ideen weiter und bereiteten diese auf eine mögliche Translation in die Anwendung sowie auf zukünftige Unternehmensgründungen vor. Das Programm wird vom Nationalen Netzwerkbüro GCT Germany gemeinsam mit den Verantwortlichen der neun deutschen Standortregionen koordiniert und von mehr als 50 Institutionen getragen.
Für die Rhein-Neckar-Region besitzt das Programm eine besondere Bedeutung. Mit ihrer einzigartigen Kombination aus exzellenter universitärer Forschung, führender Universitätsmedizin, international erfolgreichen Biotechnologieunternehmen und einem dynamischen Start-up-Ökosystem zählt die Region zu den bedeutendsten Innovationsstandorten für Life Sciences in Europa. Programme wie GeneNovate tragen dazu bei, wissenschaftliche Exzellenz frühzeitig mit unternehmerischem Denken zu verbinden und so den Weg neuer Therapien zu Patientinnen und Patienten zu beschleunigen.
Auch die Heidelberger Teilnehmenden ziehen ein positives Fazit.
“ GeneNovate® hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Fragestellungen auch aus einer unternehmerischen und translationalen Perspektive zu betrachten“, sagt Fidel Emmanuel C. Serrano, PHD an der Universität Heidelberg und Teilnehmer am Genenovate Programm.
Prof. Dr. Christopher Baum, Sprecher der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien sowie Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand des Translationsforschungsbereichs der Charité – Universitätsmedizin Berlin, betont:
„Das GeneNovate® Entrepreneurship-Programm fördert gezielt ein produktorientiertes und unternehmerisches Mindset in der Wissenschaft. Gerade im Bereich der Gen- und Zelltherapien ist es entscheidend, dass Forschende frühzeitig lernen, Innovationen auch aus einer Anwendungs- und Umsetzungsperspektive zu denken. Diese Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz, Kompetenz im Produktdesign und unternehmerischem Denken ist ein wesentlicher Schlüssel, um neue Therapieansätze schneller und nachhaltig zu den Patientinnen und Patienten zu bringen.“
Das Final Event in München brachte 25 ausgewählte Teams aus den regionalen Vorentscheiden zusammen. Sie präsentierten ihre Innovationen vor Business Angels, Venture-Capital-Investoren und erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern. Die ausgezeichneten Teams erhalten im Anschluss ein individuelles Coaching zur weiteren Validierung ihrer Produktideen und werden auf ihrem Weg Richtung klinische Anwendung und Unternehmensgründung begleitet.
Das GeneNovate® Entrepreneurship-Programm
Genovate® hat das Ziel, Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen für Unternehmertum zu begeistern, sie mit fundiertem Wissen auszustatten und so den Transfer innovativer medizinischer Lösungen in die Versorgung zu beschleunigen. Das Programm umfasst praxisnahe Module, Mentoring und ein starkes Netzwerk, um aus Ideen nachhaltige Unternehmen zu entwickeln.
Das Programm ist weit mehr als eine Reihe von Seminaren: Die Projektentwicklung ist von Anfang an in ein diverses Netzwerk aus Mentor*innen und Expert*innen aus Regulatorik, Pharmaindustrie, Patentschutz und Venture Capital eingebettet. GeneNovate setzt auf Kooperation statt Konkurrenz. Das deutschlandweite Netzwerk aus Wissenschaft, Industrie und Klinik teilt Expertise und Erfahrungen, vermittelt Kontakte und unterstützt bei der Suche nach Fördergeldern. Dabei wird schon heute die europäische Ausweitung mitgedacht. Das Programm ist als lernendes System konzipiert, welches weiterhin national und international ausgerollt werden soll.
Über 195 Teilnehmende in neun Standort-Regionen nehmen 2026 an interdisziplinären Workshops teil, die Themen wie Geschäftsmodellentwicklung, IP-Management, Finanzierung und Marktzugang abdecken. Parallel werden die Teams von erfahrenen Mentor*innen aus Wissenschaft, Industrie und Venture Capital unterstützt. Ausgewählte Teams präsentieren ihre Start-ups vor Investor*innen bei einem jährlichen Final Event, bei dem sich Teilnehmende, Alumni, Expert*innen sowie Mentor*innen aller GeneNovate®-Standorte vernetzen und mit Investor*innen in Kontakt kommen. Parallel laufen Gespräche mit Partnern in Finnland, UK und Frankreich zur europäischen Ausweitung des Programms. In diesem Jahr nehmen bereits Kolleg*innen aus Frankreich an deutschen Standorten teil.
Das GeneNovate-Programm ist eine Maßnahme der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien, die vom Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR, ehemals BMBF) beauftragt wurde und durch das Berlin Institute of Health an der Charité (BIH) koordiniert wird. Das GeneNovate-Programm ist ein zentrales Technologietransfer-Projekt des Nationalen Netzwerkbüros für gen- und zellbasierte Therapien.

Final Event_26.June 2026
Der Zuwachs der GeneNovate-Regionen in den ersten drei Jahren des Programms mit Ausblick auf 2027. © Nationales Netzwerkbüro für gen- und zellbasierte Therapien 2026
GeneNovate® 2026 in Zahlen
9 Standort-Regionen
50+ Partner-Institutionen
195 Trainees
45 Projekt-Teams
45 Mentor*innen
95 Dozent*innen & Expert*innen aus Regulatorik, VC, IP, Technologietransfer, Consulting
1 Nationales Alumni-Netzwerk
BioRN ist das Wissenschafts- und Innovationscluster der Region Rhein-Neckar um Heidelberg, einem der stärksten Biotech- und Life Science-Zentren Deutschlands. Als gemeinnütziges Netzwerk vereinen wir in einem einzigartigen Ökosystem rund 180 Mitglieder, darunter Spitzenuniversitäten, Forschungseinrichtungen und Technologieparks. Zehn globale Pharmaunternehmen haben F&E-Standorte oder sind in unserem Netzwerk aktiv. Eine Vielzahl an kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie lokale Regierungsorganisationen und Interessenvertretungen verstärken die Exzellenz des Clusters. Als führendes europäisches Life-Science Cluster setzen wir uns für die Erleichterung von Rahmenbedingungen für Gründungen ein mit dem Ziel globale Investitionen und Talente in die Region zu ziehen. Herausragende Leuchtturmprojekte von bioRN sind die Ansiedelung von Biolabs Heidelberg, einem der führenden Inkubatoren für Biotech- und Life Science Startups.
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