January 11, 2026

Heidelberg University Hospital is the first German hospital to receive a special manufacturing license (hospital exemption permit) for CAR-T cells in leukemia therapy.

Heidelberg University Hospital is the first German hospital to receive a special manufacturing license (hospital exemption permit) for CAR-T cells in leukemia therapy.

Heidelberg University Hospital (UKHD) is the first academic institution in Germany to receive a hospital exemption permit from the Paul Ehrlich Institute (PEI) for the manufacture and use of a novel cell product for the treatment of blood cancer. The drug “Heidagen-lecleucel” consists of modified, patient-specific immune cells known as chimeric antigen receptor (CAR) T cells. They are used in chronic lymphocytic leukemia (CLL) when other therapies have been exhausted. The first patients will be treated starting in 2026.

Full text in German below.


Universitätsklinikum Heidelberg hat als erste deutsche Klinik eine spezielle Herstellungs-Erlaubnis (Krankenhausausnahme-Genehmigung) für CAR-T-Zellen in der Leukämietherapie

Das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) hat als erste akademische Einrichtung in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Krankenhausausnahme-Genehmigung für die Herstellung und Anwendung eines neuartigen Zellprodukts zur Behandlung von Blutkrebs erhalten. Bei dem Medikament „Heidagen-lecleucel“ handelt es sich um veränderte, patienteneigene Immunzellen, sogenannte chimäre Antigen-Rezeptor (CAR)-T-Zellen. Sie kommen bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) zum Einsatz, wenn andere Therapien ausgeschöpft sind. Erste Patientinnen und Patienten werden ab 2026 behandelt.

Im GMP („Good Manufacturing Practice“)-Labor des UKHD können die gentechnisch veränderten Zellen qualitätsgesichert gemäß Vorgaben des Arzneimittelgesetzes und EU-weit geltenden Richtlinien hergestellt werden.

Eine Krankenhausausnahme-Genehmigung des PEI erlaubt die Behandlung von Patientinnen und Patienten im jeweiligen Krankenhaus sowie die Abgabe des Medikamentes an andere Krankenhäuser, da sich das Medikament als wirksam und sicher erwiesen hat. Dazu wies das Team um Professorin Anita Schmitt und Professor Michael Schmitt, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, in umfangreichen Vorarbeiten zum einen nach, dass sie die gentechnisch veränderten Zellen qualitätsgesichert gemäß Vorgaben des Arzneimittelgesetzes und EU-weit geltenden Richtlinien („Good Manufacturing Practice“) herstellen können. Zum anderen belegte das Team in einer klinischen Prüfstudie mit 40 Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen, dass die Zellprodukte wirksam, nebenwirkungsarm und sicher sind. Die Genehmigung ist Voraussetzung dafür, dass die Kosten der Zelltherapie von den Krankenkassen standardmäßig übernommen werden. Bisher musste bei jeder Behandlung die Kostenübernahme jeweils einzeln beantragt werden.

„Wir rechnen zukünftig mit zwischen zehn und 20 CLL-Patientinnen und -Patienten, die sich pro Jahr mit unseren eigenhergestellten CAR T-Zellen behandeln lassen werden“, sagt Prof. Michael Schmitt. „Für große Pharmaunternehmen lohnt es sich nicht, für so kleine Patientengruppen in die aufwändige Entwicklung zu investieren.“ Für andere Formen von Leukämien und bestimmten Lymphomen gibt es bereits CAR-T-Zellen aus der pharmazeutischen Industrie. Für die Therapie bei CLL, der häufigsten Leukämieform bei älteren Erwachsenen, stehen dagegen eine Reihe gut wirksamer Medikamente zur Verfügung. „Kommt es jedoch zum Rückfall und spricht der Krebs auf die herkömmlichen Therapien nicht ausreichend an, fehlte bisher eine Alternative. Mit unseren CAR T-Zellen eröffnet sich eine neue Behandlungsperspektive für Betroffene, die bislang kaum noch therapeutische Optionen hatten“, so Schmitt.

Einzigartige Therapie in Deutschland  

Aktuell bietet nur das Universitätsklinikum Heidelberg eine CAR-T-Zelltherapie speziell gegen CLL an. Die Krankenhausausnahmegenehmigung beinhaltet jedoch die Erlaubnis, die Zellprodukte nicht nur den eigenen Patientinnen und Patienten, sondern bundesweit anderen Kliniken zur Verfügung zu stellen.

Bei CAR-T-Zellen handelt es sich um körpereigene Abwehrzellen (T-Lymphozyten), die im Labor gentechnisch so verändert werden, dass sie Krebszellen deutlich besser erkennen und abtöten können. Das Heidelberger Produkt Heidagen-lecleucel (Heidi-cel) zielt auf eine bestimmte Oberflächenstruktur (CD19) der Leukämiezellen und zeichnet sich durch eine besonders gute Verträglichkeit aus. Entwickelt wurde es am UKHD von dem GMP-Laborteam um Prof. Dr. Anita Schmitt und Prof. Dr. Michael Schmitt in enger Zusammenarbeit mit Prof. Peter Dreger, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, und unterstützt durch die Kooperation mit Prof. Malcolm Brenner, Baylor College of Medicine, Houston, Texas, USA.

Ein Meilenstein für die Hochschulmedizin 

Die Genehmigung markiert einen bedeutenden Fortschritt für die akademische Zelltherapie in Deutschland. Die Eigenherstellung fördert nicht nur wissenschaftliche und technologische Autarkie, sondern trägt auch zur Kostensenkung im Gesundheitssystem bei. Das Bundesministerium für Gesundheit plant, solche Initiativen zu Eigenherstellung moderner Gen- und Zelltherapien künftig verstärkt finanziell und strukturell zu unterstützen.

Seit 2023 gibt es das „Heidelberger Zentrum für Gen-und Zelltherapie“ und seit 2024 steht eine „Nationale Strategie für gen- und zellbasierte Therapien“, an deren Ausarbeitung mehrere Experten des UKHD beteiligt waren. Sie soll sicherstellen, dass neue Erkenntnisse und Therapieansätze aus der Forschung schnell bei Patientinnen und Patienten ankommen. „Heidagen-lecleucel ist ein Musterbeispiel dafür, wie Arzneimittel für neuartige Therapien – zum Beispiel Gen- und Zelltherapien – zeitnah, wirtschaftlich und flächendeckend ihren Weg in die Krankenversorgung finden“, sagt Professor Dr. Carsten Müller-Tidow, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am UKHD, der sich seit Jahren dafür engagiert, die dazu notwendigen Strukturen auszuarbeiten und deutschlandweit zu vereinheitlichen.

Weitere Informationen im Internet

Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des UKHD

AG Zelluläre Immuntherapie / GMP-Labor

Our latest News

discover more
Lonza Announces Results of the 2026 Annual General Meeting – All Motions Proposed by Board of Directors Approved

Lonza Announces Results of the 2026 Annual General Meeting – All Motions Proposed by Board of Directors Approved

Basel, Switzerland, 8 May 2026 – Today, Lonza Group Ltd held its Annual General Meeting (AGM), led by the Chair of the Board of Directors, Jean-Marc Huët. 62.58% of the share capital was represented at the AGM, with attending and represented shareholders collectively holding a total of 43,948,027 shares.  All Board members standing for re-election were re-elected, each for a further term in office until the completion of the AGM 2027. The following Board members stood for re-election: Jean-Marc Huët, Juan […]

A single swab is sufficient: Study paves the way for simplified tuberculosis diagnosis

A single swab is sufficient: Study paves the way for simplified tuberculosis diagnosis

Led by researchers from Heidelberg Faculty of Medicine at Heidelberg University and the University of California, San Francisco (USA), an international research team has evaluated a novel approach for the diagnosis of pulmonary tuberculosis. The method enables detection of Mycobacterium tuberculosis without laboratory infrastructure, within a markedly shorter time frame than conventional diagnostics, and using […]

Hella Bühler Prize Awarded to DKFZ Researcher Angelika Feldmann

Hella Bühler Prize Awarded to DKFZ Researcher Angelika Feldmann

For her groundbreaking research on the regulation of gene activity, Angelika Feldmann has been awarded the 2026 Hella Bühler Prize, which comes with a grant of €100,000. Presented by Heidelberg University, the award is intended for young researchers in the Heidelberg research community who have already distinguished themselves through outstanding scientific achievements in cancer research. […]

GET IN TOUCH

Stay Updated with bioRN’s Newsletter

Sign up for our newsletter to discover more!
* required

BioRN (BioRN Network e.V. and BioRN Cluster Management GmbH) will use the information you provide on this form to be in touch with you and to provide updates and marketing. Please let us know all the ways you would like to hear from us:

You can update your subscription preferences or unsubscribe at any time. Just follow the unsubscribe or update link in the footer of automated emails you receive from us, or by contacting us at info@biorn.org. We will treat your information with respect. For more information about our privacy practices please visit our website: www.biorn.org. By clicking below, you agree that we may process your information in accordance with these terms.

We use Mailchimp as our marketing platform. By clicking below to subscribe, you acknowledge that your information will be transferred to Mailchimp for processing. Learn more about Mailchimp's privacy practices.

Intuit Mailchimp